Interviews

zur Archiv-Startseite


Interview mit Thomas und William



Wir wollten für euch einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und ein bisschen mehr über Thomas und William erfahren. Wir haben uns mit ihnen zusammengesetzt und sie mit Stichworten und Fragen bombardiert. Hier ist der erste Teil unseres Interviews:





Was fällt Euch ein zu:



...Karneval:


Thomas:
"Was fällt mir zu Karneval ein? Karneval... Feiern fällt mir dazu als erstes ein. Feiern, kölsche Musik, jede Menge Spaß in allen erdenklichen Varianten, ..."

William:
"Ich hab, wie viele andere auch, ein ambivalentes Verhältnis zum Karneval. Ich will das nicht aber wenn es dann losgeht, macht's mir doch Spaß. Und ganz schnell hab ich keine Lust mehr drauf. Also mir wär es lieber, wenn er abgeschafft wär..."

Thomas:
"NEIN!"

William:
*lacht* "...aber wenn es dann soweit ist, hab ich genauso Spaß!"






...nach dem Konzert:


Thomas:
"Ich könnte ja jetzt sagen, „Nach dem Konzert ist vor dem Konzert!“. Nach dem Konzert ist man meistens ziemlich adrenalisiert. Und je nachdem was das für ein Konzert war und wie das angekommen ist, *lacht* - was natürlich meistens hervorragend ist -, fühlt man sich dementsprechend. "

Macht ihr dann noch was / geht ihr noch weg?


William:
"Also, wenn man im Bus sitzt und nach Hause fährt, dann braucht man extrem viel Willen um noch was zu tun."

Thomas:
"Besonders wenn die Strecke weiter ist."

William:
"Für mich auch, wenn man nur ne dreiviertel Stunde fährt. Dann ist es für mich wahnsinnig schwer, mich aufzuraffen und zu sagen „Jetzt geh ich noch ein Bier trinken!“
Wobei ich mich nicht so müde fühle wie vor dem Konzert. Das ist schon ein Unterschied. Vor dem Konzert wäre wohl die spannendere Frage. Das ist nämlich so: die letzte halbe Stunde sitzt man da und könnte sofort einschlafen, egal was für ein Konzert das ist."


Thomas:
"Durch diesen Vorlauf den man hat mit Anfahrt, mit Soundcheck, essen - gut, essen ist nicht so anstrengend *lacht*, aber man hat halt Programm. Und dann hat man meistens ne halbe Stunde vorher, wo man sich dann in seine Garderobe zurückzieht, wenn die Leute reingelassen werden, wo man dann zur Ruhe kommt. Aber man kommt dann zu sehr zur Ruhe, und man wird schlaff."

William:
"Ich hab ja noch die Theorie, dass wegen der Anstrengung, die einem bevorsteht, sich der Körper da irgendwie abschaltet um für nachher genug Energien zu sammeln. Denn man muss ja dann zwei - zweieinhalb Stunden auf der Bühne powern. Und im Hinterkopf hat man die Aufgabe, die Leute gut zu unterhalten. Man weiß natürlich, was man macht, und es macht großen Spaß, wenn man dran ist, aber der Moment davor, wenn man denkt „Jetzt musst Du gleich raus, und die Leute wollen Spaß“, der kostet schon ganz schön Energie.
Lustigerweise ist diese Müdigkeit in dem Moment, wenn man die ersten Töne singt, komplett weg und absolut ins Gegenteil verkehrt. Man tapert so auf die Bühne, Werner singt die ersten Töne von „Commander X“ und man ist direkt *zack* so was von da! Man kann sozusagen während des Intros noch gähnen, beim ersten Schritt auf die Bühne ist man unter Strom!
Egal ob man vor 150 Leuten spielt oder *lacht* vor 130!"

Das klingt ein bisschen so als sei das extrem anstrengend, diese zweieinhalb Stunden die ihr da macht. Also, man hört ja oft: "Toller Job! Die gehen da auf die Bühne, singen ein bisschen und bekommen auch noch Geld dafür."

William:
"Es ist auch toll. Aber halt auch anstrengend!"

Thomas:
"Also ich denk immer, dass es für Dich, William, am anstrengendsten sein muss. Weil Du im Programm auch die meisten Ansagen machst. Ich finde immer Ansagen fast anstrengender als die Stücke, weil der Focus wirklich auf einem liegt und in dem Moment wenn man anfängt darüber nachzudenken „Was mach ich hier überhaupt?“, dann wird es schwierig. Ich kriege immer eher Schweißausbrüche bei Ansagen, als wenn ich im Stück bin und eigentlich genau weiß, was ich tue.
Ich merk das bei Auftritten, beispielsweise bei einem Event oder so, wenn es zufälligerweise mal so ist, dass man irgendwie acht Stücke singt und man hat keine einzige Hauptstimme dabei, sondern man ist nur Begleitung, das ist schon was anderes."

William:
"Wobei ich sagen muss, ich würde wirklich müde werden, und mir würde das Ganze sehr viel weniger Spaß machen, wenn ich nur hinten stehen würde. Das wär nichts für mich.
Das wär ne zu lange Zeit in der man Gelegenheit hat die Konzentration zu verlieren. Wenn ich nicht wirklich gefordert wäre, dann würde ich mich wohl tatsächlich anfangen zu langweilen. Und gelangweilt hab ich mich bisher noch nie auf der Bühne."






...Freitag / Samstag Abend:

William:
*singt* "Freitag Abend so gegen acht... Ja, allgemein - Ausgehzeit!"

Thomas:
"Das ist ne Zeit in der oft und gerne Konzerte und Auftritte sind. Wir haben da weniger die Möglichkeit durchgehend Party von 18:00 Uhr bis 05:00 Uhr morgens zu machen. Das muss man dann halt auf 00:00 Uhr bis 05:00 Uhr morgens verschieben!" *lacht*

William:
"Es macht auf jeden Fall Spaß, Freitag und Samstag mit BASTA in einer Stadt zu sein in der es schön ist. Leider gibt es (selten) auch mal Ausnahmen: Highlight war ein Freitagabend in einem Kaff, in dessen Untergeschoss uns so ein Kotzbecken von der Feuerwehr empfing. Und dann denkst Du: „Es ist Freitag Abend und Deine Freunde haben Spaß, sind bei Ihrer Familie, bei Freunden oder auch nur zu Hause, und Du gibst ein Konzert 80 km von Bielefeld, rechts neben dir die Wiesen, unter dir das Kotzbecken. Suboptimal."

Thomas:
"Also ich hab diese Menschenmassen Freitag und Samstag nicht so gerne. An diesen Tagen gehe ich ungern so zu den absoluten Stoßzeiten, so elf oder zwölf, über die Friesenstrasse oder über den Ring, weil es da einfach unmenschlich voll ist und man so in keine Kneipe reinkommt, weil die alle voll sind. Ich geh dann lieber donnerstags oder mittwochs vielleicht."






...Traumurlaub:

William:
"Ich bin wohl nicht mehr so ein Urlaubsfan. Ich werde anscheinend älter!
Dieses
Silvester war ich in einem Hotel in Österreich, in das meine Familie seit 50 Jahren fährt. Da ist es schön, da kennt man die Leute, da gibt es leckeres Essen, da ist der See zugefroren... alles sehr ruhig und romantisch. In so nen Skiort und ne Woche Skifahren - nee, brauch ich grad nicht.
Ich mag Ferien - aber im Moment bin ich irgendwie auf was anderes ausgerichtet. Das klingt vielleicht doof, aber für mich zählt grad Arbeit und BASTA. Im Moment genügt es mir zum Glücklichsein, in den Ruhepausen von BASTA zuhause und für mich zu sein.
"

Thomas:
"In vielen Dingen stimme ich da überein. Wenn ich urlaubsreif bin, reicht mir auch oft schon ein Tag, so ein Entspannungsmoment, den ich für mich habe. Und mit den Urlaubszielen geht es mir ähnlich. Ich hab da jetzt auch nicht unbedingt Bedarf. Mich reizt es also im Moment weder nach Sydney zu fliegen, noch nach Namibia oder sonst irgendwo hin. Das ist zwar alles schön und das kann man auch machen, aber ich hab keinen Bedarf! Ich brauch das nicht.
Und ich bin jetzt über Silvester Snowboard gefahren, nicht um mir das schöne Bergpanorama anzugucken, sondern um mal wieder ein bisschen Sport zu machen. Und wir hatten jetzt gerade die Diskussion um den Sommerurlaub, ob man große Reisen machen will, aber das sind im Moment Sachen die mir abgehen. Ich find es schön wenn ich mich mal ins Auto setzen kann - was ich nicht habe *lacht* - und mal irgendwo hinfahren und kleine Kurztrips machen oder so. Das ist nett aber nicht zwingend notwendig. Und dieses ganze Italien, Griechenland, ... ist alles wunderbar! Ich bin da super gern gewesen - ich hab da lange Touren gemacht, mit Motorrad und Zelt und allem, aber im Moment sehe ich das ähnlich dass man jetzt die Karriere vorantreiben will und dass man jetzt in einer sehr kreativen Zeit ist..."

William:
"Ja, die ganze Situation - auch mit Thomas als neuem Mann - ist viel frischer und man hat mehr Lust zu arbeiten. Ich hatte vor 'nem Jahr zum Beispiel gar nicht die Lust, neu zu sein. Weil man das so lange schon machte. Man hat zwar neue Stücke geschrieben, aber es ergab sich nicht ein neues Gefühl daraus. Im Moment ist einfach ein unglaublicher Schwung in der Gruppe - eine Lust zu schreiben, ne Lust zu arbeiten und daher kann jetzt jedes Blockhaus warten. Wobei ich mich trotzdem darauf freue, das dann in irgendeinem Sommer nachzuholen und selbst geangelten Fisch zu grillen."

Thomas:
"Sehe ich genauso! Urlaub kann ich auch dann noch machen, wenn ich vielleicht nicht mehr weiß wohin mit meiner Zeit. Aber im Moment ist das ja eher andersrum."





Stichwort Köln: Ihr seid beide keine geborenen Kölner. Warum Köln?


William:
"Ich bin mit 5/6 Jahren ins Rheinland gekommen, nach St. Augustin, und bin dann hier in Köln aufs Musikgymnasium gegangen, Humboldt-Gymnasium, damit ich eine musikalische Ausbildung bekam. Dann habe ich hier Freunde gefunden, habe meinen Zivildienst hier gemacht und habe hier studiert. War zwischendurch mal für ein Semester in Berlin, weil mir die Decke auf den Kopf gefallen ist in Köln, da musste ich dringend raus. Ich habe in einer echten Nacht- und Nebelaktion Renés und meinen VW-Bus voll gepackt und bin nach Berlin gefahren. Dort war ich für ein Semester, kam dann zurück und wie nach einem Gewitter war alles wieder klar. Seitdem bin ich hier und bin sehr zufrieden mit dieser idiotischen Stadt. *lacht* Und ich fühl mich sehr wohl. Und will auch nicht mehr weg!"



Thomas:
"Warum auch!
Ich habe in Hannover angefangen zu studieren und habe auch mein Studium dort beendet. Ein vollwertiges, vollständiges Studium mit Diplomabschluss - Klavier und Instrumentalpädagogik, Musikschullehrer quasi - und nach Köln bin ich dann zum Aufbaustudium gekommen. Ich hatte nach dem Studium die Möglichkeit in Hannover an die Musikschule zu gehen, aber das wollte ich nicht. Dann wäre ich in Hannover geblieben und wäre dort wohl auch verendet - irgendwann. *grinst* Ich habe mich dann beworben, in Hamburg, in Berlin und in Köln, weil das die drei Städte waren, die mich gereizt haben. Und nachdem es dann in Köln funktioniert hat, habe ich meine Berlin- und Hamburgpläne verworfen. Hier habe ich dann Liedgestaltung studiert und darauf noch mal zwei Jahre Konzertexamen in dem gleichen Fach. Ich habe also quasi noch mal 5 Jahre hier in Köln weiterstudieren dürfen! Ohne Studiengebühren und das war natürlich ein Geschenk! Denn ich hatte die ganze Zeit noch Unterricht…"

William:
"... und umsonst KVB..." *grinst*

Thomas:
"Ja, umsonst KVB fahren, das war toll... Aber ich habe mich halt sofort in diese Stadt verliebt, bin überglücklich gewesen, hier zu sein und habe es keinesfalls je bereut."




*Fortsetzung folgt*


Dancing Queen & GoofyGirl